Warum ist Nicht-Wissen wichtig?

Tana Mayrhofer

"Wenn Sie die Art und Weise ändern, wie Sie die Dinge betrachten, ändern sich die Dinge, die Sie betrachten."

– Max Planck

Für mich ist die Quantenphysik etwas, was ich wohl nie vollkommen verstehen werde und dennoch so viel von ihr lernen kann.


Unten seht ihr verschiedene Zitate von Physiker:innen und Philosoph:innen. Ordnet die Zitate jeweils einer der beiden Fachrichtungen zu!

Ihr seht selbst, dass es manchmal gar nicht so leicht ist, bestimmte Aussagen einer Fachrichtung zuzuordnen. In unserer heutigen Welt werden die Physik und die Philosophie meist getrennt aufgefasst. Noch vor einigen hundert Jahren sah dies ganz anders aus:

Fast jede:r große Naturwissenschaftler:in oder Mathematiker:in war auch ein:e Philosoph:in. Vielleicht kennt ihr Thales und Pythagoras aus dem Matheunterricht, aber tatsächlich sagen einige, dass mit Thales die Philosophie begann. Aristoteles kennen die meisten hingegen vermutlich aus dem Philosophieunterricht. Dabei wissen die wenigsten, dass er den Begriff der „Physik“ maßgeblich geprägt hat. Ernst Mach, Albert Einstein oder auch Erwin Schrödinger, alle vor allem für ihre physikalischen Durchbrücke bekannt, haben ebenfalls philosophische Theorien aufgestellt.

Es muss also etwas an der Verbindung zwischen Physik und Philosophie dran sein und gerade die Quantenphysik kann uns helfen zu erkennen, wo die Grenzen zwischen Physik und Philosophie verschwimmen. Die Quantenphysik zeigt uns eine neue Art des Denkens und sie lässt uns erkennen, warum das Nicht-Verstehen manchmal wichtig sein kann.

Im Folgenden wollen wir uns anhand von einigen Wesenszügen der Quantenphysik die Grenzen zwischen der reinen Physik und unserem Denken anschauen. Und vielleicht kann uns die Quantenphysik ja im Alltag helfen (…und das sogar, ohne sie zu verstehen…).

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ -Albert Einstein (Physiker)

Unser Denken scheint auf einem Weltbild zu basieren, welches schon mehrere 100 Jahre alt ist. Die Quantenphysik kann uns helfen, unsere Denkstrukturen zu hinterfragen und zu erweitern.

„Wissenschaft kann die letzten Rätsel der Natur nicht lösen. (…) weil wir selbst ein Teil der Natur (…) sind.“ – Max Planck (Physiker)

„Die Wirklichkeit, von der wir sprechen können, ist nie die Wirklichkeit an sich, sondern (…) eine von uns gestaltete Wirklichkeit.“ – Werner Heisenberg (Physiker)

„Was wirklich zählt, ist Intuition.“ – Albert Einstein (Physiker)

Unser Leben lässt sich nicht in Schulfächer unterteilen, deshalb lohnt es sich oftmals, scheinbar separierte Themen zu kombinieren.
Die Physik versucht offene Fragen zu klären, aber in ihrer Entwicklung hat sie uns gezeigt, dass diese offenen Fragen unser Denken bereichern können. Sie führt uns in die Philosophie, in der wir große Fragen durchdenken, ohne direkt eine Antwort zu suchen.


Hier noch einmal die Auflösung, wer hinter den Zitaten vom Anfang steckt

Albert Einstein (Physiker): „Was wirklich zählt ist Intuition.“, „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

Anton Zeilinger (Quantenphysiker): „Die Welt ist alles, was der Fall ist, und auch alles, was der Fall sein kann.“

Max Planck (Physiker): „Wissenschaft kann die letzten Rätsel der Natur nicht lösen. (…) weil wir selbst ein Teil der Natur (…) sind.“

Werner Heisenberg (Physiker): „Die Wirklichkeit, von der wir sprechen können, ist nie die Wirklichkeit an sich, sondern (…) eine von uns gestaltete Wirklichkeit.“, „Nur wenige wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß.“

Karl Popper (Philosoph): „Man kann die Naturwissenschaft als die Kunst der systematischen Vereinfachung beschreiben.“

Charles Peirce (Philosoph, Mathematiker): „Nichts ist grundlegend für die Wissenschaft; nichts kann das sein.“

David Hume (Philosoph): „Jeder Teil der angewandten Mathematik geht von der Annahme aus, dass die Natur ihren Vorgängen gewisse Gesetze zugrunde legt (…).“

Demokrit (Philosoph): „Der Mensch ist ein Mikrokosmos… er ist denselben Gesetzen unterworfen wie die große Welt.“

Immanuel Kant (Philosoph): „Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind.“

Paul Feyerabend (Philosoph): „Wissenschaft und Mythos überschneiden sich vielfältig.“

Quellen

Buchquellen

  1. Atkinson, Sam: Das Philosophie-Buch. Dorling Kindersley Verlag. München 2011.
  2. Knapp, Natalie: Der Quantensprung des Denkens. Was wir von der modernen Physik lernen können. 6. Auflage. Rowohlt Taschenbuch Verlag. Reinbek bei Hamburg 2011.
  3. Lauth, Bernhard; Sareiter, Jamel: Wissenschaftliche Erkenntnis. Eine ideengeschichtliche Einführung in die Wissenschaftstheorie. 2. Auflage. Mentis Verlag. Paderborn 2005.
  4. Mittelstaedt, Peter: Philosophische Probleme der modernen Physik. B. I.-Hochschultaschenbuch. Zürich 1989.
  5. Zeilinger, Anton: Einsteins Schleier. Die neue Welt der Quantenphysik. C.H. Beck Verlag. München 2003.
  6. Weischedel, Wilhelm: Die philosophische Hintertreppe. Die großen Philosophen in Alltag und Denken. 44. Auflage. Dtv. München 1966.


Internetquellen

  1. Seite "Max Planck - Zitate". In: 1000 Zitate (Abgerufen: 29. Januar 2022).
  2. Seite "Entwicklung der Atomvorstellung". In: LEIFIphysik (Abgerufen: 29. Januar 2022).
  3. Seite "Werner Heisenberg". Von: Peter Möller, In: Philolex (Abgerufen: 29. Januar 2022).
  4. Seite Zitat Einstein Grenzen. In: Zitate berühmter Personen (Abgerufen: 29. Januar 2022).
  5. Seite Zitat Einstein Probleme. In: Zitate-Online,  (Abgerufen: 29. Januar 2022).


Bildquellen

  1. Psychologie Gehirn: Bild von geralt  auf Pixabay  unter Pixabay Lizenz.
  2. Künstliche Intelligenz: Bild von geralt auf Pixabay unter Pixabay Lizenz.
  3. Entwicklung Atommodelle: Physik Hintergrund von insspirito auf Pixabay  unter Pixabay Lizenz.
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